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Emil Nolde. Farbenzauber, Museum Behnhaus Drägerhaus

  • Ausstellung
    Emil Nolde. Farbenzauber, Museum Behnhaus Drägerhaus
    07.07.2018 - 07.10.2018

Emil Nolde zählt unangefochten zu den bedeutendsten Aquarellisten des 20. Jahrhunderts. In der Radikalität, mit der er das Kolorit einsetzt, in der expressiven Leuchtkraft der Blätter und in der überzeugenden Virtuosität unterscheidet sich Nolde von seinen Zeitgenossen. Die neue Sonderausstellung Emil Nolde. Farbenzauber im Lübecker Museum Behnhaus Drägerhaus widmet sich erstmals ausschließlich dem Medium Papier in Noldes Schaffen. Diese teils kraftvollen, teils zarten wie (licht)empfindlichen Blätter sind vergleichsweise selten ausgestellt. Aufgrund ihrer zumeist spontanen Entstehung zeigt sich der Künstler in ihnen unmittelbar und damit authentisch. Die Ausstellung ist retrospektiv angelegt und spannt einen Bogen von bislang kaum gezeigten Arbeiten der Schweizer Jahre über Noldes legendäre, in Cospeda bei Jena geschaffene Aquarelle bis hin zu seinen Darstellungen des Meeres und der norddeutschen Küstenlandschaft und den sogenannten „Ungemalten Bildern“ der späten 1930er und 1940er Jahre. Die Ausstellung präsentiert als Retrospektive den ‚ganzen‘ Nolde: kaum gezeigte Werke und berühmte Arbeiten, frühe Zeichnungen und späte Meisterwerke. Sie beschließt zugleich die Ausstellungsreihe „Nolde im Norden“, die anlässlich Noldes 150. Geburtstags in acht Museen im Norden zu sehen war. Im Rahmen eines Pressetermins wurde die Schau am heutigen Vormittag der Öffentlichkeit vorgestellt.

„Selten hat ein Ausstellungstitel so gepasst wie bei dieser Nolde-Retrospektive im Lübecker Behnhaus. Man kann in den kommenden drei Monaten die gesamte Werkent-wicklung Noldes verfolgen, von der frühen Kinderzeichnung bis zum späten Blatt. Und im letzten Ausstellungsraum empfängt den Besucher im wahrsten Sinne des Wortes ein grandioser Farbenzauber“, so Prof. Dr. Hans Wißkirchen, Leitender Direktor der Lübecker Museen.

Im Museum Behnhaus Drägerhaus zählt die Kunst des frühen 20. Jahrhunderts seit der Eröffnung des Hauses 1920/23 grundlegend zur Sammlung: Der damalige Museumsdirektor Carl Georg Heise widmete Noldes „religiösen Bildern“ bereits 1921 eine große Ausstellung in der Lübecker Katharinenkirche. Die Verknüpfung von zeitgenössischer Kunst mit Lübecks mittelalterlichem Erbe war dabei Heises erklärtes Ziel. Das Expressive in Noldes Kunst erschien vielen Lübecker 1921 jedoch zu radikal. Heute hingegen schätzen wir gerade die Ausdruckskraft und Virtuosität von Noldes Malerei. Die Sonderausstellung Emil Nolde. Farbenzauber zeigt nun eine Auswahl von 80 Werken, die das gesamte Schaffen Noldes exemplarisch abbildet. „Bei Nolde werden die meisten zunächst an Landschaften und Blumenbilder denken. Doch spielen Porträts und Figurenbilder in seinem Gesamtwerk die eigentlich entscheidende Rolle. So wird man in unserer Ausstellung immer wieder auf das Motiv des Tanzes stoßen, dass Nolde in Berlin, Birma, Granada oder in seinen Fantasiebildern festhielt. Das unmittelbare Erfassen dieser Bewegungen im Aquarell oder Pastell kennzeichnet die Lebendigkeit von Noldes Kunst auf Papier“, erklärt Museumsleiter Dr. Alexander Bastei.

Als Retrospektive angelegt widmet sich die Ausstellung Emil Nolde. Farbenzauber erstmals ausschließlich den Papierarbeiten Noldes und greift dabei sowohl unbekannte und unerwartete Beispiele aus dem Frühwerk, als auch bekannte Motivkomplexe und Themen im späteren Werk auf. Zu sehen sind frühe Arbeiten Noldes wie die „Bergpostkarten“, die er in der Bergwelt um St. Gallen erstellt, oder auch Porträts, die in karikaturistisch überspitzen Gesichtszügen Typen wie den „Schullehrer“ festhalten. In Cospeda bei Jena gelingt ihm mit Aquarellen wie „Berghang mit Bäumen“ oder „Acht Bäume“ in der Auseinandersetzung mit der Natur der künstlerische Durchbruch: Die „Geburt des Aquarells“, die freie Bildfindung und die wachsende Distanz zum Naturalistischen werden in den Arbeiten nachvollziehbar, ebenso wie Noldes starke Naturverbundenheit, die ihn Zeit seines Lebens prägt. Heimatverbundenheit und Reiselust spiegeln sich in seinen Werken der Schweizer Alpen und der flachen westschleswigschen Marschlandschaften, in denen er aufwuchs. Von 1903 bis 1916 inspiriert ihn die raue, weite Landschaft im Dorf Ruttebüll im westlichen Schleswig zu großformatigen Tuschezeichnungen. Nach einer Erkrankung entstehen dort auch die ersten „biblischen Bilder“, darunter die im Behnhaus präsentierten Apostelköpfe.

Doch auch das Großstadtleben schlägt sich in Noldes Arbeiten nieder: Inspiriert von regelmäßigen Besuchen in Berlin entstehen Werke wie die „Spitzentänzerin“ oder „Tanzendes Mädchen (hellblau)“, die das umtriebige Nachtleben in Theatern und Cabarets, Cafébegegnungen und Tanz aufgreifen. Hier interessiert ihn der menschliche Körper in Bewegung, der Tanz als Ausdruck einer Ursprünglichkeit, die er auch auf seinen Reisen in der Südsee zu finden hofft. 1913 wird ihm angeboten, als nicht-offizielles Mitglied an der „Medizinisch-demographischen Deutsch-Neuguinea-Expedition“ des Reichskolonialamtes Berlin teilzunehmen: Die mehrmonatige Reise führt ihn zunächst über Moskau und Sibirien und anschließend über Korea, Japan, China, die Philippinen, über die Insel Yap bis nach „Deutsch Neu-Guinea“. In ausdrucksstarken Figurenstudien und eigenwilligen Porträts hält Nolde seine Eindrücke fest.






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    Dienstag - Sonntag
    01.04. - 31.12.
    10 - 17 Uhr
    Dienstag - Sonntag
    01.01. - 31.03.
    11 - 17 Uhr



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