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August Sanders Porträt einer Gesellschaft

  • Ausstellung
    August Sanders Porträt einer Gesellschaft
    24.03.2018 - 20.05.2018
    WestLicht »

„Wer blickt, wird rasch belehrt werden, besser als durch Vorträge und Theorien, durch diese klaren, schlagkräftigen Bilder und wird von den anderen und von sich erfahren.“ Alfred Döblin im Vorwort zu Antlitz der Zeit, 1929

Mit August Sander widmet sich das Wiener Fotomuseum WestLicht einem herausragenden Klassiker der Fotografiegeschichte. Die 70 Porträts des wegweisenden Vertreters der Neuen Sachlichkeit und Pioniers der dokumentarisch-konzeptuellen Fotografie sind in dieser Zusammenstellung zum ersten Mal in Österreich zu sehen. Es handelt sich dabei um das Reenactment einer Ausstellung, die der Fotograf 1963, ein Jahr vor seinem Tod, noch selbst kuratiert hatte. WestLicht-Vorstand Peter Coeln: „August Sander ist einer der ganz Großen und hat die Fotografie revolutioniert, vergleichbar mit Alexander Rodtschenko oder Edward Steichen. Sein Porträt einer Gesellschaft im Wandel ist gerade heute hochaktuell.“

m Fokus der Ausstellung steht der epochale Porträtzyklus Menschen des 20. Jahrhunderts, den Sander Mitte der 1920er-Jahre entwickelte und in einer ersten Fassung unter dem Titel Antlitz der Zeit publizierte. „Sein Konzept einer fotografischen Gesellschaftsanalyse mittels vergleichender und unmittelbarer Beobachtung zielte auf ein umfassendes Sozialporträt der Weimarer Republik ab“, fasst WestLicht-Chefkuratorin Rebekka Reuter zusammen. „Fotografie verstand er als universelle Weltsprache.“ Eingeteilt in sieben Gruppen, stellt der Bilderatlas Vertreter_innen unterschiedlicher Gesellschaftsschichten und Berufsgruppen nebeneinander – vom Arbeitslosen bis zum Großindustriellen, von der Bildhauerin bis zur Putzfrau, vom Corpsstudenten bis zum Bohémien. Sander verdichtet charakteristische Merkmale in Haltung, Gestik und Kleidung zu einer Reflexion des Individuellen in Beziehung zum Typischen. Sein physiognomisches Zeitbild beleuchtet das Verhältnis von Mensch und Gemeinschaft.

Sander hat sein Mappenwerk immer wieder bearbeitet. Sein universalistischer Ansatz ist dabei auch ein demokratischer und rationaler Gegenentwurf zu anderen Fotoprojekten der Zwischenkriegszeit, die Gemeinschaft elitär als Parade großer Denker und Lenker entwerfen oder völkisch entlang von Blut-und-Boden-Kategorien konstruieren.

HANNA PUTZ PORTRÄTS NACH S.
Parallel zu August Sander zeigt WestLicht in der oberen Galerie die Ausstellung Porträts nach S. von Hanna Putz. Die in Wien und Berlin lebende Künstlerin wurde eingeladen, den Raum mit einer Auswahl ihrer Porträts zu gestalten. Die Bilder zeigen vor allem Frauen ihrer Generation – darunter Freunde aus dem Umfeld der Fotografin, Protagonistinnen der österreichischen Kunstszene wie Verena Dengler, Anna Sophie Berger und Stefanie Sargnagel, oder Sportlerinnen, die Putz über einen längeren Zeitraum begleitete.

Erscheint in Sanders Kompositionen trotz der sozialen Verwerfungen der 1920er-Jahre die Verbindung von Mensch und Stand noch als stabiles Fundament, dokumentiert Hanna Putz das mittlerweile freigesetzte Individuum mit radikalen Schnitten und gekippten Bildachsen. In ihrer charakteristischen – kraftvoll leisen – Bildsprache formuliert die Fotografin eine zeitgenössische, weibliche Perspektive auf Sanders Werk und daran anschließende konzeptuelle und gesellschaftliche Aspekte.

Eine weitere Brücke zur Gegenwartskunst schlägt eine Installation im Bereich des Kameramuseums. Dem weitreichenden Erbe der von Sander so bezeichneten exakten Fotografie und visuellen Soziologie wird dort durch eine Bücherausstellung Rechnung getragen, die Publikationen von Bernd und Hilla Becher, Rineke Dijkstra, Hans Eijkelboom, Bernhard Fuchs, Dana Lixenberg und vielen weiteren Künstler_innen umfasst.

Die Ausstellung August Sander. Porträt einer Gesellschaft ist eine Kooperation mit der Galerie Johannes Faber.






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  • 24.03.2018 - 20.05.2018
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    Presse-Preview, Freitag, 23. März, 10 Uhr
    Eröffnung, Freitag, 23. März, 19 Uhr

     

     

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