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RÖMISCHER HELM VOM TYPUS MONTEFORTINO

RÖMISCHER HELM VOM TYPUS MONTEFORTINO
Art.Nr.: 2

Ab dem frühen vierten Jahrhundert vor Christus tritt der Typus Montefortino seinen Siegeszug an. Der Ursprung des Typs gilt mittlerweile als keltisch. Keltische Einfälle in die Poebene und in das Picenum sorgen für ein Auftauchen von Montefortinohelmen in Norditalien bereits am Anfang des 4. Jahrhunderts vor Christus. Wenig später wird der neue Helmtyp bereits in etruskischen Werkstätten nachgeahmt, wobei sich dieser neue etruskisch-italische Typ deutlich von den keltischen Vorbildern unterscheidet. Die große Mehrzahl der etruskisch-italischen Montefortinohelme des vierten Jahrhunderts vor Christus stammen aus den Gräberfeldern Etruriens. Die weite Streuung der italisch-römischen Exemplare aus dem 3. Jahrhundert vor Christus, namentlich der Fluß- und Meerfunde, bezeugen die militärischen Anstrengungen Roms  vor allem zwischen Po und Adda. Ab dem zweiten Jahrhundert vor Christus gilt der, in der Form bereits stark abgewandelte Typus Montefortino als der Standardhelm des römischen Militärs. Er streut von Spanien bis zum schwarzen Meer.

Der vorliegende, große, sehr qualitätvolle Helm zeigt den typischen zwiebelförmigen Umriß dieses zur Zeit der Punischen Kriege getragenen Subtypus Cremona (Coarellis Typ D). Er wurde durch einen Guß vorfabriziert und nachgetrieben. Das Material ist die für diesen Typus charakteristische Zinnbronze (Kupferanteile: 88,9 - 93,6% , Zinnanteile: 7,8 - 9,5% , Bleianteil: unter 0,25%). Der Dekor beschränkt sich auf einen verdickten tordierten Kalottenrand, das sogenannte Kordelband, einige horizontale Rillen über diesem Rand und auf horizontale Schuppenreihen am kegelstumpfförmigen Knauf.

Die hier nicht mehr erhaltenen Wangenklappen der Cremonahelme sind stark an der Vorderseite ausgeschnitten und ragen mit dem mittleren und unteren Vorsprung weit in das Gesicht hinein. An der Unterseite des Nackenschutzes befinden sich zwei Ösen, an denen der Kinnriemen befestigt war, der an den Kinnladen entlang zu den unteren Enden der Wangenklappen geführt, durch die an deren Innenseite sitzenden Ösen gezogen und zusammenggebunden wird.

Die Tatsache, dass es sich hier auf Grund der Patina ebenfalls eindeutig um einen Flußfund handelt, stützt die Annahme, dass der Fundort des vorliegenden Helmes, wie bei den meisten bisher bekannten Exemplaren des Typs Cremona, zwischen Po und Adda liegt. 

 



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