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Buch- Druck, Geschichte

Ägyptisch, Ptolemäer-Zeit, 304-30 v.Chr.-Jenseitsgericht mit Darstellung des Wiegens des Herzens gegen die Feder der Wahrheit.-Aus dem Totenbuch des Efankh. Malerei auf Papyrus. Bildmaterial: www.media.kunst-fuer-alle.de

Die ältesten Bücher der Welt bestanden aus Tontafeln und wurden in Babylonien gefunden. Mit einer Art Griffel wurden die Keilschriftzeichen in die Tontafel eingedrückt; anschließend wurden die Tafeln an der Sonne getrocknet oder im Feuer gebrannt. Dadurch wurden sie sehr haltbar und konnten sogar einen Brand überstehen.

Einige Hunderttausend solcher Keilschrifttafeln wurden immer wieder in den vergangenen Jahrhunderten entdeckt. Eine der berühmtesten Sammlungen von Tontafeln war die Bibliothek des assyrischen Königs Assurbanipal (Regierungszeit: 669 – 633 v. Chr.). Diese großartige Sammlung wurde von Sir Austen Henry Layard (1817 – 1894) in Ninive ausgegraben. Einiger dieser Tontafeln sind heute im Britischen Museum in London ausgestellt. Sie enthalten Bruchteile des berühmten Gilgamesch – Epos. 

Buch- Druck, Papyrus- Ägypter
Über 3000 Jahre wurden Tontafeln für Niederschriften verwendet. Die Ägypter waren es, die einen neuen Beschreibstoff entwickelten: nämlich das berühmte Papyrus aus der Papyrusstaude. Die Herstellung von Papyrus war ein königliches Privileg. Man nimmt an, dass in dem Wort „Papyrus“ der Wortstamm „Pharao“ enthalten ist. Papyrusrollen waren 3 bis 6 Meter lang. Es gab aber auch Rollen von 30 bis 40 Meter Länge. Zum Schreiben wurden Rohrfedern oder Pinsel verwendet und die Hieroglyphen wurden mit roter oder schwarzer Tinte aufgetragen. Die Schreiber galten im alten Ägypten als freie, hoch angesehene Menschen. Im Vergleich zu den babylonischen Tontafeln sind nur wenige Papyrusrollen erhalten geblieben. Eine der ältesten Papyrusrollen, ein sogenanntes Totenbuch, wurde auf das Jahr 1860 v. Chr. datiert. 

Buch- Druck, Papyrus- Griechen...
Auch die Griechen, Römer, Phönizier, Byzantiner, Kopten und Araber übernahmen Papyrus als Beschreibstoff. Noch im 6. und 7. Jh. n. Chr. wurden riesige Schiffsladungen Papyrus nach Europa gebracht. Sowohl im Klöstern als auch in Handelskontoren wurden Papyrus verwendet. Die jüngste bekannte Papyrusurkunde stammt aus dem Jahre 1022 n. Chr. 

Buch- Druck, Papyrus- Alexandria
Auch wenn wahrscheinlich nur eine einzige Rolle erhalten blieb, so gilt die Bibliothek von Alexandria in Ägypten als eine der berühmtesten aller Zeiten. Zur Zeit der Hochblüte dieser Bibliothek sollen mehr als 700000 Rollen in ihren Hallen gelagert gewesen sein.

Ein Teil davon wurde ein Raub der Flammen, als 47 v. Chr. Cäsar Alexandria besetzte. Das endgültige Ende dieser herausragenden Sammlung brachten die Araber, die 642 n. Chr. Alexandrien eroberten. Während der Feldherr Amru noch über das Schicksal der berühmten Sammlung nachdachte, entschied der Kalif Omar: „Wenn diese Bücher der Griechen mit dem Buch Gottes, dem Koran übereinstimmen, sind sie nutzlos und brauchen nicht erhalten zu werden. Wenn sie aber mit dem Buch Gottes nicht übereinstimmen, sind sie schädlich und müssen vernichtet werden.“ Daraufhin wurden die Schriftrollen in den öffentlichen Bädern verheizt. 

Buch- Druck, Pergament- König Eumenes II
Nicht nur in Alexandrien gab es die berühmte Bibliothek; auch andere Herrscher legten Sammlungen an. Schließlich wurde die Ausfuhr von Papyrus nach Kleinasien verboten. Man wollte keine „Konkurrenz“ zur Bibliothek in Alexandrien. Deshalb ließ König Eumenes II von Pergamon nach Ersatzmaterial suchen. Schließlich hatte man das Pergament entwickelt, das seinen Namen nach der Hauptstadt Pergamon trug. Auch wenn es sich hier im Wesentlichen um eine Legende handeln dürfte, so stimmt mit Sicherheit, dass man in Pergamon eine ansehnliche Sammlung von Pergamentrollen fand. 



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    Inschriftenstein mit Hieroglypen aus der Zeit 1500 v. Chr.
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    Der wichtigste Beschreibstoff wurde im Mittelalter das Pergament. Inkunabel der Erzabtei Beuron, einem "Missale Bursfeldense" gedruckt 1498 von Petrus Drach in Speyer. Die Noten sind von Hand eingefügt. Der ursprüngliche Text stammt gleichfalls aus einem Missale.
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    Als 1947 im Wadi Kumran nahe dem Toten Meer sieben Lederrollen mit religiöse Texten gefunden wurden, hielt die wissenschaftliche Welt sie zunächst für Fälschungen. Erst genauere Forschungen ergaben, das diese Rollen und später gefundene, in jordanischen Besitz gelangte Handschriften in der Zeit um 100 v. Chr. von Angehörigen einer religiösen Sekte, den Essenern, niedergeschrieben wurden. Es kamen auch Spekulationen auf, Christus selbst habe diese Sekte angehört oder ihr nahegestanden. Foto Prof. Jams Bieberkraut, einer der Übersetzter, beim Aufrollen einer der sieben in israelischem Besitz befindlichen Handschriften.
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    Aufsehen wie in unserem Jahrhundert das Auftauchen der Schriftrolle vom Toten Meer erregte es Mitte des vorigen Jahrhunderts, als der deutsche Theologieprofessor Konstantin von Tischendorf unter abenteuerlichen Umständen im Katharinenkloster auf der Halbinsel Sinia Handschriften aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. mit dem vollständigen Text des Neuen Testamentes und wesentlichen Teilen des Alten Testamentes in griechisch Sprache aufspürte.
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    Beschwörung in Batakschrift auf Birkenrinde geschrieben, 1500 v. Chr.
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    Herkunfts- oder Aufbewahrung werden die mitteralterlichen Codices auch nach ihrer besonders wertvollen Ausatmung benannt, so wegen seines goldenen Einbandes der Codex aureus aus dem Kloster St. Emmeran in Regensburg, ein im Jahr 870 für Karl den Kahlen in Goldbuchstaben geschriebenes Evangeliar.
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    Die im Altertum einzigartige Papyrusbibliothek im Museion von Alexandria, wurde ein Raub der Flammen. 1980 entdeckte der österreichische Wissenschaftler Herman Harrauer in einer wenige Monate zuvor der Österreichischen Nationalbibliothek zugegangenen Papyrussammlung eine Rolle mit dem Titel "Die Gesuchte der Epigramme im ersten Buch" Die schätzungsweise 700000 Papyri gingen verloren, bis auf wahrscheinliche einen, der sich in der Österreichischen Nationalbibliothek befindet.
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    Um 780 n. Chr. entstand in Frankreich aus der Verschmelzung antiker Schriftelemete die karolingische Minusekl oder Kleinbuchstabenschrift. Johannes-Evangeliums aus einem Evangeliar, das ein Mönch wahrscheinlich in Fulda im letzten Drittel des 10. Jahrhunderts geschrieben hat.
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