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Altertum Kunst Möbel

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Aus all diesen Quellen weiß man, dass das Drechseln eine sehr frühe Form der Holzbearbeitung war. Bereits Griechen und Römer kannten im Altertum diese Technik. Die Hölzer wurden auf einer Scheibe befestigt, die mit den Füßen gedreht wurde. Mit Hilfe eines geschliffenen Eisens wurden Späne gehobelt, sodass runde Stäbe entstanden. Da die Stäbe unterschiedlich dick gedrechselt wurden, ergaben sich kunstvolle Gestaltungsmöglichkeiten.

In den Klöstern wurden diese antiken Handwerkskünste nicht nur angewandt, die Klöster waren auch wichtige „Überlieferer“ dieser Technik. Die Menschen im Mittelalter lernten so das im Altertum Drechseln kennen.
Unter dem Kölner Dom wurden in einem Grab aus dem 6. Jh. n. Chr. Holzteile gefunden, die darauf schließen lassen, dass gedrechselte Stäbe  die Rahmen von Betten und Stühlen bildeten.
Hatten Möbel im Altertum eine besondere Bedeutung, weil sie einer besonders verehrungswürdigen Person zugeordnet wurden oder weil sie von sakraler Bedeutung waren, dann wurden sie besonders gut aufbewahrt und konnten schließlich als Zeugen einer längst vergangenen Zeit dienen.

So gibt es eine Reihe von sogenannten „Zeremonialstühlen“, die heute wertvolle Museumsstücke darstellen. Eine Form solcher Stühle ist der „Faltstuhl“. Diese Stühle gab es in ganz einfachen Ausfertigungen im Altertum, wenn sie den Handwerkern dienten, aber auch in sehr prunkvollen Ausführungen für kaiserliche oder königliche Throne. Die Konstruktion der Faltstühle war schon in vorrömischer Zeit bekannt: zwei Scherenhölzer waren mit Stegen verbunden, als Sitzfläche wurde ein Stück Leder oder Stoff eingespannt.

Die Stützen waren meist aus Holz, bei Thronstühlen jedoch sehr kunstvoll gestaltet. So zeigt ein Faltstuhl im Altertum aus einem Benediktinerinnenstift in Salzburg aus dem 12. oder 13. Jh. rote Scherenhölzer mit einer Einlagearbeit aus geschnitztem Bein. Als Zeichen der Macht waren die Scherenhölzer mit Löwenköpfen bzw. am unteren Ende mit Löwentatzen verziert.
Die Stützen waren manchmal auch aus Bronze gegossen, in seltenen Fällen sogar aus vergoldeter Bronze.

Der Faltstuhl im Altertum als Grundlage für „Würdesitze“ hielt sich bis in die Renaissance. Die Form wurde jedoch mit Armstützen und Lehnen erweitert.
Prinzipiell kann man davon ausgehen, dass man am Anfang im Altertum der Möbelherstellung nur an der  Zweckdienlichkeit des Möbelstückes interessiert war. Erst als die elementaren Techniken entwickelt waren, wurden kunstvolle Gestaltungen bedeutsam. Die elementaren Glieder eines Möbelstückes bestanden aus senkrechten Teilen (Stützen, Beinen und Wangen), aus horizontal lastenden Teilen (Platten, Rahmen) und aus neutralen, verbindenden Teilen (Füllungen und Rahmen).
Die künstlerische Ausformung spiegelte sich in vielen Varianten: Verdoppelung, Durchbrechung, Schweifung waren Möglichkeiten, einzelne Bestandteile kunstvoll zu gestalten. Malerei, Schnitzarbeiten, Intarsien und Metallbeschläge standen für die dekorative Kunst zur Verfügung.

Neben den epochalen Entwicklungen, die Aussehen und Form des Möbels im Altertum maßgeblich mitbestimmten, gab es auch geografische Unterschiede in der Gestaltung des Möbels. Technische Möglichkeiten und Geschmack des Auftraggebers hatten ebenfalls Einfluss auf das herzustellende Möbelstück.
„Seine Form war einfach oder kompliziert, elegant und raffiniert oder anspruchslos und einfach, vornehm und kokett, intim und gemütlich, exklusiv und luxuriös, zivil, höfisch, bürgerlich und volkstümlich.“ (Das große Bilderlexikon..., S. 19)



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